Soziales Profil

Bewusst gemeinsam!

Das soziale Profil des Gymnasiums Neubiberg

Kinder und Jugendliche sind voller Sehnsüchte, sie suchen den „Kick", die besondere, den häuslichen und schulischen Alltag durchbrechende Erfahrung. Sie sehen zugleich in den Medien eine Welt, in der alles möglich, alles relativ und (fast) nichts tabu ist. Den Jugendlichen fehlt es nicht selten an echten Vorbildern, stabiler Werteorientierung, einem gesunden Selbstbewusstsein und realistischer Selbsteinschätzung.

So erklären sich ein Stück weit Phänomene, die neueste Forschungsergebnisse bestätigen: Immer mehr Jugendliche trinken immer früher und oft auch sehr exzessiv Alkohol; Jugendliche machen immer früher sexuelle Erfahrungen ... Doch das ist nur ein Aspekt. Ebenso nachdenklich stimmt es, dass viele ältere Jugendliche von sich sagen: Wir wissen nicht, wer wir sind, was wir für uns und unser Leben wollen, wie wir auf andere wirken und daran leiden wir.

Das Gymnasium Neubiberg reagiert auf diese Phänomene und führt eine Reihe von Maßnahmen durch, die der Stärkung des Selbstbewusstseins, der Sozial- und Lebenskompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler dienen.

Übersicht

Die Maßnahmen im Einzelnen

Jahrgangsstufe 5:

Das Sozialkompetenztraining

Ziel dieses Programms ist es, den Zusammenhalt der Kinder in der neuen Klassengemeinschaft zu fördern, Eigenverantwortlichkeit und Selbstkompetenz zu stärken, Gruppenprozesse zu erkennen und zu steuern, sowie allgemeine Regeln für das Verhalten in der Gemeinschaft zu erarbeiten und zu etablieren. Dafür bieten die Sozialpädagogen des Kreisjugendrings ein spezielles Programm an, das teilweise auch im Freien stattfindet.

Das Tutorenprogramm

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 kümmern sich jeden Freitag am Nachmittag im ersten Halbjahr um die „Kleinen“. Bei Spielen, Bastelarbeiten und sportlichen Aktivitäten lernen sich die Kinder besser kennen. Für viele ist dies der Höhepunkt der Woche, den man auf keinen Fall versäumen darf. Abgerundet wird das Programm von einer Schulhausübernachtung. Die Tutis werden für die 5. Klässler zu wichtigen Bezugspersonen, die aus dem schulischen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Selbst einmal Tutor zu werden, ist oft schon der Wunsch vieler Mädchen und Buben aus den 5. Klassen.

ME-Day

Kleinere Reibereien sind für die Jugendlichen heute oft schwer zu verkraften, weil über WhatsApp-Gruppen plötzlich viele die Verletzungen erfahren, die auch lang erhalten bleiben. Wie gehen wir miteinander um – gerade auch in einer digitalen Welt? ME-Day steht für Medienerziehung und auch als Tag für mich, der einzelne steht im Mittelpunkt.

Im Schuljahr 2015/2016 hat die Umsetzung des Projekts ME-Day in der 5. Jahrgangsstufe begonnen. Hierbei stehen medienerzieherische Aspekte im Vordergrund und werden in Form von Rollenspielen und authentischen Problemen und Beispielen aufgearbeitet. Das Spektrum der Themen reicht von Aspekten des Urheberrechts über Fragen zum Datenschutz im Internet und speziell in Sozialen Medien bis hin zur grundlegenden Fragen zu manipulativen Funktionen von Medien, Gefahren wie Sucht und Umgangsformen im Netz. Neben diesen zumeist negativ konnotierten Themen findet auch die produktive und kreative Erarbeitung von Inhalten mit Medien statt.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Polizei München (K105 Verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz) entwickelt. Mittlerweile findet das Projekt an zwei aufeinander folgenden Tagen in jeder 5. Klasse statt. Der zweite Tag findet soweit möglich im benachbarten Jugendzentrum Gleis 3 statt. Die zwei Tage werden von einer Lehrkraft und zwei Schülerinnen und Schülern der Mittel- und Oberstufe angeleitet. Die älteren Schülerinnen und Schüler haben eine Schulung durchlaufen und sind mit den Hintergründen vertraut. So können sie authentische Alltagsbeispiele in das Projekt einfließen lassen und diese gleichzeitig in den medienerzieherischen Kontext einbetten. Auch das Team der Schulsozialarbeit ist an der Umsetzung und Anleitung beteiligt.

Um die Inhalte auch in anderen Jahrgangsstufen in einer entsprechenden didaktischen Aufarbeitung zu integrieren arbeitet aktuell eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe an Kurzprojekten die vorerst in Form einer Doppelstunde spezielle Aspekte aufgreifen. Auch hier soll der Fokus nicht auf einer reinen Vermittlung und Thematisierung stehen, sondern auf einer möglichst authentischen und erlebbaren Umsetzung.

Jahrgangsstufe 6

Erlebnisparcours

Über mehrere Stationen haben die Kinder im Erlebnisparcours Schritt für Schritt die Möglichkeit, Tast-, Geschmacks-, Geruchs-, Hör-, Gleichgewichts- und Orientierungssinn intensiv wahrzunehmen und zu reflektieren. Damit dies besser gelingt, gehen sie barfuß und mit verbundenen Augen durch den Parcours. Jedes Kind wird von einer vorher eingewiesenen Person durch den Parcours begleitet und kann sich an einem Parcoursseil, welches von Station zu Station führt, in der passenden Geschwindigkeit weiterbewegen. Es wäre hier sehr hilfreich, wenn Eltern ihr eigenes Kind bzw. die Mitschülerinnen und Mitschüler ihres Kindes führen würden. Am Ende der Durchführung haben die Kinder die Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten. Dazu werden verschiedene Methoden von unseren Sozialpädagogen angeboten, die jedem Kind helfen, die eigenen inneren Impulse seiner Erfahrung zu erschließen.

Ziel ist es, den Kindern Raum zu echter Selbsterfahrung zu eröffnen, ihnen zu helfen, mit allen Sinnen zu erleben, eigene Vorlieben (wieder) zu entdecken, Gefühle wahrzunehmen und eigene Grenzen zu testen.

ZAG (Zivilcourage, Antirassismus, Gemeinschaft) Projekttag zur Stärkung der Klassengemeinschaft

Dieser Tag wird von Schülerinnen und Schülern der Mittel- und Oberstufe durchgeführt. In Rollenspielen und gruppendynamischen Übungen wird für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 das sehr wichtige Thema „Ich und meine Gruppe“ aufgegriffen.

Jahrgangsstufe 7

Zammgrauft – Projekt für Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Polizei von Antigewalt bis Zivilcourage

Im Rahmen dieses Projektes wird den Schülern spielerisch die Bedeutung von Gemeinschaft, Vertrauen und Zivilcourage vor Augen geführt. Ergänzend dazu werden Strategien erarbeitet, wie Gewalt verhindert oder unterbunden werden kann. Die dabei eingesetzten Übungen und Rollenspiele bereiten den Schülerinnen und Schülern Spaß, versprechen aber auch große Spannung.

Jahrgangsstufe 8

We-Day

Die 8. Klassen werden aufgrund der Wahl des Schulzweiges neu zusammengesetzt. Deshalb, stellen wir den Schülerinnen und Schülern in den ersten Schulwochen zwei Vormittage zur Verfügung, die mit Unterstützung unserer Sozialpädagogen gestaltet werden. Während eine Klasse im Rahmen des „We-Days“ mit Unterstützung der Sozialpädagogen (JSA) erlebnispädagogische Spiele zum Teambuilding macht, bereitet eine andere 8. Klasse unter Anleitung und mit Unterstützung der Fachlehrkräfte für die erste Klasse einen kleines Buffet (Salate, Dips, Pizza, Fingerfood, Nachspeisen etc.) in der Schulküche vor und serviert dieses der Parallelklasse im Laufe der 5. Stunde. Ziel der Veranstaltung ist es die neuen Klassenkameraden besser kennenzulernen und eine gute und starke Klassengemeinschaft zu werden.

Tag für uns - der Projekttag zu den Themen Drogen, Sexualität...

In einem geschützten Raum sollen die Schülerinnen und Schüler altersangemessen die Chance erhalten, über Themen und Erfahrungen zu reden, die sie bewegen, auf die sie neugierig sind. Ziel ist es u.a.

  • die Schülerinnen und Schüler in der Fähigkeit zu bestärken, Nein zu sagen, wenn andere z.B. sagen „Wenn Du cool sein willst, dann ...".
  • den Schülerinnen und Schülern zu helfen, sich selbst und Risiken besser einschätzen zu können.

Jahrgangsstufe 9

Tutorenschulung  für die zukünftigen 5. Klassen

Im Rahmen dieser Ausbildung werden den zukünftigen Tutoren sowohl die rechtlichen Vorgaben als auch passende gruppendynamische Spiele an die Hand gegeben. In  Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring werden die Tutoren dadurch auf Ihre Aufgabe vorbereitet, den „Kleinen“ einen leichten Übergang von der Grundschule ins Gymnasium zu ermöglichen.

Mediatorenschulung – Streitschlichter

Die Schülerinnen und Schüler werden darin geschult, Streit- und Konfliktparteien dabei zu helfen, Lösungen zu finden, die für alle Parteien als Gewinn angesehen werden.

Wichtig ist dabei, dass Schulmediation nicht nur dabei hilft, aktuelle Konflikte zu lösen, sondern sie trägt auch dazu bei, dass Kinder und Jugendliche durch Mediation dauerhaft faire Methoden erlernen, wie sie einen Streit lösen können, und wie sie sich auch nach einem durchgestandenen Konflikt gegenseitig achtend und wertschätzend begegnen können.

Jahrgangsstufe 10

Das Sozialpraktikum

Eine ausführliche Beschreibung der Intentionen und der Durchführung ist ebenfalls auf der Homepage unter Schulprofil - Soziales Profil - Sozialpraktikum zu finden.